Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Gemeinde Kissing

Sektionen
Sie sind hier: Startseite Ortsgeschichte Mittelalter Die Metallfunde vom Auensee in Kissing
Artikelaktionen

Die Metallfunde vom Auensee in Kissing

Autor: Heinz Schmidt

Kiesabbau auf dem Lechfeld

Auf dem Lechfeld bei Kissing erfolgte in den vergangenen Jahrzehnten intensiver Kiesabbau, der eine Reihe von Baggerseen hinterließ, die heute als Fischweiher oder Badeseen genutzt werden. Um die Steinquetsche der Bagger vor "gefährlichem Eisen" zu schützen, wurde dieses mit Hilfe eines Sensors vom Fließband entfernt und meist achtlos entsorgt. So wanderten große Mengen Metall in den Schrottkübel. Vom Bereich des heutigen Weitmannsees sind bereits in den frühen 1950er Jahren Metallfunde bekannt geworden. Archäologisch bedeutende Stücke gelangten in private Hände, und nur in Einzelfällen wurden Funde dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet und publiziert. Vieles ist heute verschollen.

 

Die Geschichte der Funde vom Auensee

Foto: Heinz SchmidtIm  Bereich des heutigen Auensees am Lech auf Höhe des alten Bahnhofes Kissing wurden von der Fa. Weitmann in den 1980er Jahren Eimerlöffelbagger zur Kiesförderung eingesetzt. Auch hier wurde nach Berichten von Zeitzeugen große Mengen Metalle entsorgt. Dank der Aufmerksamkeit und des Interesses einer Privatperson aus Kissing konnten etliche Fundstücke gerettet und dem Heimatverein Friedberg gemeldet werden. Nach Begutachtung durch die zuständigen Mitarbeiter für Vor- und Frühgeschichte ging die Sammlung als Leihgabe der Privatperson in den Schulbereich, blieb anschließend jedoch längere Zeit verschollen und wurde erst vor Kurzem zufällig wiederentdeckt. Dies veranlasste den privaten Finder, die Sammlung nun offiziell als Dauerleihgabe dem Archiv der Gemeinde Kissing zu übergeben, um einen geordneten Verbleib und Zugriff sicherzustellen.Foto: Heinz Schmidt

Unter den geborgenen Stücken sind eine Pfeilspitze aus der Bronzezeit, ein Eisenschwert aus der Hallstattzeit, ein bronzener Fingerring mit Zirbelnuss-Symbol und eiserne Waffenteile und Werkzeuge der Römer, sowie Eisenbeile mit Reichsapfel-Emblem und Foto: Heinz Schmidtkaiserliche Wellenrand-Hufeisen aus dem Hochmittelalter besonders hervorzuheben. Funde aus dem Übergang zur Neuzeit runden die Sammlung ab.




Ausblick

Die Funde vom Auensee sind nicht nur ein Querschnitt durch eine Reihe kulturgeschichtlicher Epochen, sondern beleuchten auch einen bedeutenden Abschnitt der Industriegeschichte des Lechfeldes. Industrie und Bautätigkeit gefährden jedoch die Zeugnisse unserer Vergangenheit. Vieles wird nicht erkannt und dadurch zerstört, manches Bodendenkmal wird vor Baumaßnahmen gezielt verschwiegen, um Verzögerungen durch Archäologen zu vermeiden, auch ist das Bewusstsein für die eigene Geschichte nicht gleichermaßen ausgeprägt.

Es wäre wünschenswert, könnte die Geschichte der Funde vom Auensee für Kissing beispielgebend sein und die eine oder andere Privatperson dazu veranlassen, ihre im Keller oder auf dem Dachboden schlummernden historischen Artefakte oder Dokumente dem Archiv der Gemeinde zu melden oder zu überlassen. Angedacht ist eine zentrale Datenbank, über die der Zugriff auf geschichtsrelevante Informationen und Fundstücke aus dem Gemeindebereich für alle Interessenten einfach und zielorientiert möglich ist.


Diese Internetseite wurde barrierefrei erstellt und erfüllt die folgenden Standards: