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Kirchen in Kissing: Die Augsburger Bischöfe und die Kirche St. Stephan

Autor: PD Dr. habil. Peter L. Münch-Heubner

In Kissing merkte man von der Reformation selbst wenig. Und so blieben auch die beiden Gotteshäuser am Ort anders als die Augsburger Kirchen von Erstürmungen und anderen Verwüstungen verschont. Verwüstungen hatte hier zuvor vor allen Dingen der bairisch-augsburgische Konflikt verursacht. Ein Opfer dieser Kriege war auch die Pfarrkirche St. Stephan gewesen.

Auf den Zeitraum um das Jahr 1200 – also auf die Jahre des Beginns der Herrschaft der Augsburger Bischöfe über Kissing – wird die Entstehung des ersten dem Heiligen Stephan geweihten Gotteshauses auf dem Kirchberg datiert. Wie und warum St. Stephan  die „Gründungskirche St. Peter“[1] als Pfarrkirche im Ort verdrängt, bleibt unklar. Diese Entwicklung mag den Verdacht nähren, dass mit St. Peter schon sehr früh eben doch irgendetwas passiert sein muss. Beweisbar aber bleibt dies, wie zu sehen war, nicht.  Mag auch sein, dass St. Peter, wie oft vermutet, einfach zu klein geworden war.St. Stephan

St. Stephan entstand als so bezeichnete „Wehrkirche.“[2]

Vor allen Dingen in den kleinen Ortschaften, die nicht wie die Städte von Schutzmauern umringt waren, wurden im Mittelalter und „bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges“ hinein solche „Wehrkirchen“ errichtet, in die sich die Bewohner im Falle eines Angriffes von außen zurückziehen konnten. Daher waren diese wehrhaften Gotteshäuser „mit sehr hohen Mauern umzogen“.

Auch St. Stephan, „zuerst im romanischen Stil“ errichtet, wurde „mit dicken Mauern“ umzogen, „mit dem Turm im Norden, dessen Untergeschoß aus dieser Zeit noch vorhanden ist.“ Zusätzlich wurde die Kirchenmauer auch „mit Lichtschlitzen und Schießfenstern sicher ausgestattet.“

Doch dieser Schutz reicht nicht aus. Irgendwann am Ende des 13. oder im Verlauf des vierzehnten Jahrhunderts wurde St. Stephan eingenommen und „zerstört“ - in einem der vielen bairisch-augsburgischen Fehde – Kriege.

Doch: „Auf romanischem Unterbau wurde nach dieser Zeit – wohl gegen 1400 – die gotische Wehrkirche St. Stephan neu aufgerichtet; der Turm wurde aufwendig mit einer dreifachen Anlage zu hölzernen Wehrgängen neu geplant...“[3].

Weitere bauliche Veränderungen an St. Stephan werden dann die nachfolgenden Herrn über Kissing, die Jesuiten vornehmen lassen, werden in der „Jesuitenzeit Kissings“[4] erfolgen.

 

Verwendete und weiterführende Literatur


[1]Hillar, Irmgard, St. Peter -  Gründungskirche von Kissing, S. 73f.

[2]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 6.

[3]Hillar, Irmgard: St. Stephan -  Ehrwürdiges Pfarrgotteshaus – ehemalige Wehrkirche, in: Kissing. Geschichte und Gegenwart, S. 83 u. S. 88.

[4]Hillar, Irmgard, St. Stephan, S. 92.


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