Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Gemeinde Kissing

Sektionen
Sie sind hier: Startseite Ortsgeschichte Der Wandel im 20. Jahrhundert Die Ortserweiterung: Neu-Kissing entsteht
Artikelaktionen

Die Ortserweiterung: Neu-Kissing entsteht

Autor: PD Dr. habil. Peter L. Münch – Heubner

Die Vertriebenen und Flüchtlinge, die „Deutschen des Ostens“ waren  nicht Holzbaracken auf dem Lechfeldnur im Rahmen der Wohnraumbewirtschaftung in Altwohnungen untergebracht worden. Nordwestlich des Altortes, auf dem Lechfeld, waren Flüchtlingsbaracken errichtet worden, in denen viele von ihnen eine notdürftige Unterkunft erhielten.

Schon während des Krieges waren hier Ausgebombte aus dem nahen Augsburg angesiedelt worden. Auch hatten nicht unweit davon auf dieser Ebene Firmen wie die Kieswerke Weitmann oder die Eisenwerke Frisch an der Bahnstrecke Augsburg - München Zweigwerke ihrer Produktion errichtet. Ihre Produktionshallen in den Städten waren zerstört worden. Die Keimzelle eines neuen Ortsteils war entstanden. Was allerdings aus diesen noch verstreuten Ansätzen einer Siedlungsbildung werden würde, war bei Kriegsende noch vollkommen unklar. Würden die Unternehmen wieder in die Städte, würden die Menschen etwa nach Augsburg wieder zurückkehren?

Doch dann entstanden nach 1945 die Barackensiedlungen der Vertriebenen. Firmen wie Grünzweig & Hartmann kehrten Kissing nicht den Rücken, sondern im Gegenteil, sie kamen ganz dort hin und errichteten im Ort ihre Firmensitze.

Grund für diese Entscheidung waren das Potenzial und das Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften, das in der Lagersiedlung unweit der neuen Gewerbestandorte nur darauf wartete, genutzt zu werden. Vor allen Dingen die Vertriebenen aus den hoch industrialisierten Gebieten der Tschechoslowakei brachten Fähigkeiten mit, auf den expandierende Industrieunternehmen in Schwaben nur gewartet hatten. Im nahen Augsburg wird der Zuzug von Sudetendeutschen aus der Textilindustrie Böhmens die Bekleidungsbranche in der Fuggerstadt aufs Neue beleben.[1]

Neue Industrien, neue Menschen waren nach Kissing gekommen – aus dem Agrarort wurde ein Industrie- und Gewerbestandort. Neue Arbeitsplätze entstanden, auch Pendler kamen aus der gesamten Region. Und diese Menschen, diese Zuzügler, brauchten alle Wohnungen. Um deren Bau kümmert sich nun die Gemeinde.

Noch 1958 beklagte sich Bürgermeister Otto Wohlmuth (1945/46 – 1972) im Gemeinderat darüber, dass in Kissing „noch viele ... das Ortsbild verunstaltende Baracken vorhanden sind“, in denen Vertriebene leben mussten.[2] In den folgenden Jahren wird sich das grundlegend ändern. Mit der Hilfe derNeu-Kissing entsteht Gemeinde und der von ihr abgerufenen staatlichen Hilfsgelder wurde aus der Barackensiedlung auf dem Lechfeld „Kissing-West“, wie der neue Ortsteil zuerst in den Akten genannt wird [3], das spätere Neu-Kissing.

Die Wohnungsbaugesetze der Bundesregierung von 1950 und 1956 fanden ihren deutlichen Niederschlag in der baulichen Gemeindeerweiterung der 1950er und 1960er Jahre. Und die Spuren davon sind bei einem Rundgang durch Neu-Kissing bis heute deutlich zu erkennen.

Wer von St. Bernhard aus die Kirchstraße in Richtung Osten geht, der  Wohnblock Kirchstraßeerreicht an der Ecke zur Akazienstraße auf der rechten Seite den „gemeindlichen Wohnblock an der Kirchstraße“, dessen Entstehen und Werden man in den Sitzungsprotokollen des Gemeinderats nachvollziehen kann. Ebenso kann man in diesen Quellen auch die Berichte zu den Beschlüssen zur Errichtung des Gemeindeblocks weiter östlich an der Pestalozzistraße lesen, die man erreicht, wenn man bis zum Ende der Kirchstraße geht und dann zuerst rechts in die Fliederstraße und dann links abbiegt.

Wurden diese „Gemeindeblöcke“, die seit 1999 zum Wohnungsbestand der 1991 gegründeten Wohnbau GmbH für den Landkreis Aichach-Friedberg gehören, im Sinne des Ersten Wohnbaugesetzes der Bundesregierung von 1950 - und damit im Kontext  des bundesweiten kommunalen sozialen Wohnungsbaus errichtet - so stehen weite Teile Neu-Kissings unter dem Zeichen des Zweiten Wohnbaugesetzes von 1956 und unter dem der Unterstützung des Baus von Eigenheimen. In Neu-Kissing bedeutete dies, dass an vielen Stellen aus Flüchtlingsbaracken Häuser wurden. Der Eigenheimbau wurde damals noch als Teil der sozialen Wohnbauprogramme verstanden.

Hier im Ort erkennt man Geschichte in ihrer Lebendigkeit. Wer sich in die Akten und Sitzungsprotokolle im Gemeindearchiv in dieses Kapitel der Ortserweiterung eingelesen hat, für den wird schon  der Wechsel von der einen Straßenseite zur anderen ein Gang durch die deutsche Nachkriegsgeschichte. In Kissing ist es die Zeit, in der die dringende Wohnungsnot vieler Flüchtlingsfamilien, über die man so viel in den Akten liest, beseitigt werden kann.

Noch 1957 wird in einem Dokument des Kreiswohnungsamtes „die Wohnungslage“ in „der Gemeinde Kissing … als katastrophal“ bezeichnet.[4] Wenige Jahre später wird davon nicht mehr die Rede sein.

Es sind dies die Jahre des Otto Wohlmuth, die das Aussehen des Ortes bis heute geprägt haben. Otto Wohlmuth sah es als seine „vordringlichste Aufgabe“ an, für die „Unterbringung von Vertriebenen“ zu sorgen[5] . Er wurde so zum „Initiator des... sozialen Wohnungsbaus“ in Kissing und zum „Verfechter der baulichen Zusammenführung beider Ortsteile.“[6]

Schon nach deren Ankunft war Otto Wohlmuth der Anwalt der Flüchtlinge. So setzte er sich mit mehreren Initiativen bei der Regierung von Schwaben für „eine bessere Unterbringung“ der Barackenbewohner ein. So wurde in Augsburg im Jahre 1949 die „Erstellung“ weiterer „Wohnbaracken“ beantragt, um der Beengung in den bisherigen Notunterkünften entgegenwirken zu können und so den Wohnraum für die Lager-Bewohner zu vergrößern. Von der Gemeinde wurde „der nötige Baugrund … zur Verfügung gestellt.“ Die „Kosten“ für diese Maßnahmen, so auch für die „Aufstellung derselben“ übernahm die Regierung von Schwaben, auch für deren „Unterhalt“ sorgte Augsburg gemäß Übereinkunft mit der Gemeinde Kissing. Die Gemeinde aber blieb Eigentümerin des Baugrundes.[7]

Um die Flüchtlinge auf weitere Notunterkünfte verteilen zu können, wurde auch Grund von Privateigentümern angekauft. [8]

Es gab aber auch Flüchtlinge, die zuvor schon in Baracken auf Privatgrund untergebracht worden waren. Das konnte im Einzelfall zu Konflikten führen, wenn etwa Grundstückseigentümer auf ihrem Boden errichtete Notunterkünfte wieder entfernt sehen wollten. Die Gemeinde und ihr Bürgermeister ergriffen dann offen Partei für die Zugewanderten. Einem Grundeigentümer, der den Boden, auf dem mehrere Baracken errichtet worden waren, an „Privatinteressenten“ veräußern wollte und der die „Räumung des Grundstücks“ einforderte, wurde mitgeteilt, dass die Gemeinde im Falle eines solchen Verkaufs jeglicher „Räumung“ entgegenwirken werde. Auch den etwaigen Käufern des Grundes werde jedwede Baugenehmigung auf diesem Grund verweigert – was den Wert des Grundstücks für den Interessenten gegen Null gehen ließ.[9]

Im Falle vieler einquartierter Flüchtlinge kümmerte sich die Gemeinde um „Einrichtungshilfe“, um das Niveau einer „Mindesteinrichtung“ (Matratzen, Herd, Öfen, Betten etc.) gewährleisten zu können.[10]

Das betreffende Dokument datiert aus dem Jahr 1962. Dies zeigte, dass die in vielen Dokumenten aufzufindenden Klagen über die „Wohnungsnotstände“ auch zu diesem Zeitpunkt nicht aufhören wollten. Dies hatte seinen konkreten Hintergrund: Während in den meisten schwäbischen Landkreisen in den 1950er Jahren eine Abwanderungsbewegung der Flüchtlinge und Vertriebenen in Richtung auf Augsburg hin eingesetzt hatte, hielt in Kissing der Zuzug von – nun – auch Aussiedlern – wie in Augsburg - weiter an.

Im Landkreis Memmingen hatte sich der Anteil der Heimatvertriebenen an der Gesamtzahl der Einwohner von 1946 39,63% auf 1961 19,70% reduziert, was auch in absoluten Zahlen einer Halbierung der Vertriebenen – Bevölkerung hier gleichkam. Fast überall in Schwaben nahmen deren Bevölkerungsanteile in den Landkreisen von 1946 bis 1961 deutlich ab: In Mindelheim- Land z.B. von 25,93% auf 17,87%, in Nördlingen von 37,17% auf 18,75%, in Wertingen von 32,92% auf 22,97%. Auf der anderen Seite der Wanderungsbewegung standen jene Städte und Gemeinden, die für Vertriebene/ Flüchtlinge und Aussiedler zu Anziehungspunkten geworden waren: Augsburg, Kaufbeuren mit seiner „Flüchtlingsstadt Neugablonz“ und: Kissing.

In der Stadt der Textilindustrie, in Augsburg wuchs der Anteil der Vertriebenen von 1946 4,97% auf 1961 15,92% an, in Kaufbeuren stieg er von 1950 36,30% auf 44,73% im Jahre 1961 an.[11] Waren in Kissing im Jahre 1950 noch 23% der Bürger als „Heimatvertriebene“ anzusehen, so waren es 1961 schon 33%.[12]

In Kaufbeuren, in der Flüchtlingssiedlung Neugablonz, hatte eine geschlossene Ansiedlung einer Vertriebenen-Bevölkerung stattgefunden, die am Anfang fast in ihrer Gesamtheit aus Sudetendeutschen bestand, die aus dem böhmischen Gablonz stammte. Mitgebracht hatten die „Gablonzer“ auch die Wirtschafts- und Produktionszweige aus ihrer Heimatstadt, d.h. die „Gablonzer Glas-, Metall- und Schmuckwarenindustrie.“[13] Die hier entstandenen Betriebe florierten mit der Zeit und zogen somit auch weitere sudetendeutsche Arbeitskräfte aus diesen Branchen an. Auch Familienzusammenführungen fanden immer noch statt.

Kissing hatte sich „nach Kriegsende zu einem bedeutenden Industriestandort … entwickelt. Vor allem der Maschinenbau … nahm einen ungeheuren Aufschwung und stellte eine erstaunliche Zahl von Arbeitsplätzen bereit; daneben“ wäre u.a. „auch die Betonindustrie (…) zu nennen“. [14] Dies alles war auch die Folge einer aktiven Gewerbe – Ansiedlungspolitik von Seiten der Gemeinde, der großräumigen Ausweisung von Flächen zur gewerblichen Nutzung und zur Entstehung eines geschlossenen Gewerbegebiets im Westen der Gemeinde.

Arbeitskräfte kamen, und der „starke Bevölkerungsanstieg“[15] brachte auch einen größeren Bedarf an Wohnraum mit sich. Zudem benötigte die große Zahl an Heimatvertriebenen, die immer noch in Holzbaracken leben mussten, dringend eine menschenwürdige Unterkunft.

Die Gemeinde bemühte sich intensiv um Lösungen, sie bewältigte die Herausforderung, aber unter den bestehenden Umständen brauchte alles seine Zeit.

Bereits 1956 war im Gemeinderat im Dezember die Neusiedlung auf dem Lechfeld geographisch in ersten Konturen umrissen worden. Das neue „Wohnsiedlungsgebiet“, das vor den Toren Alt-Kissings entstehen sollte, sollte sich noch nicht auf Gebiete „nördlich der Bahnhofstraße“ erstrecken. Die „Bebauung“, die „südlich der Bahnhofstraße“ vorgesehen war, ließ mit den Eckpunkten „Schule“ im Osten „und Kirche“ im Westen aber schon die ungefähren und kleineren Umrisse den nördlichen Teil jener Siedlung erkennen, die, wie es hieß, „einen geschlossenen Ortsteil … bilden“ sollte. Die Planung sah langfristig aber schon den „Zusammenschluß beider Ortsteile“, d.h. das alten und des neuen Kissing vor.[16]

Bei der Entstehung des neuen Ortsteils werden auch die Namen von Vertriebenen eine wichtige Rolle spielen. Aus der Kissinger Kommunalpolitik und damit aus der Geschichte der Gemeinde sind sie nicht wegzudenken, die Namen von vertriebenen/sudetendeutschen Gemeinderäten wie Karl Schwarz – der auch Zweiter Bürgermeister wurde -  Josef Gilch, Gerhard Janisch oder Gerhard Hlawa.

1956 ist das Jahr eines Wendepunkts in der Kissinger Geschichte.  Bei den Kommunalwahlen dieses Jahres erzielten sudetendeutsche Kandidaten Erfolge. Die politische Integration der Vertriebenen wird die soziale Eingliederung der Neubürger in die Aufnahmegesellschaft weiter beflügeln. Denn als Kommunalpolitiker werden sie das Leben ihrer landsmannschaftlichen Angehörigen wie auch das der Alt-Kissinger mitbestimmen – und sie werden dabei helfen, die Barrieren zwischen beiden Bürgerschaften aus dem Weg zu räumen.

Die Gemeinde förderte die „Barackenauflösung“ und die Umwandlung der Notunterkünfte in menschenwürdigen Wohnraum. „Staatliche Mittel“ wurden wie im Falle der „Beseitigung der Wohnbaracken an der Bahnhofstraße" abgerufen. An die Stelle der Holzbauten  traten „Reihenhäuser“, in die die „Barackenbewohner“ als „Baubewerber“ dann einziehen konnten. [17] Die neuen Besitzer hatten zwar eine festgesetzte Kaufsumme „pro Dezimale“ zu entrichten, doch es gab staatliche Darlehens-Beihilfen. Reichten diese nicht aus, so war der Einfallsreichtum von Otto Wohlmuth gefordert. Die Gemeinde fungierte in solchen Fällen als „Bauherr“ und kam so selbst „in den Genuß eines Staatszuschusses.“ Die betroffenen Familien konnten dann als Mieter einziehen, denn ihr Reihenhaus gehörte ja der Kommune. Doch sie wohnten dort zu günstigen Konditionen. Der Bürgermeister rechnete dem Gemeinderat aus, in welcher Höhe sich die von der Gemeinde zum Hauskauf verwendeten „Eigenmittel“  bewegen würden und wann diese Ausgaben über die Mieteinnahmen wieder hereinkommen würden.[18]

Die Gemeindeblöcke entstanden, zuerst ab dem Ende der 1950er Jahre in der Kirchstraße, dann in den 1960er Jahren in der Pestalozzistraße.

Der erste Wohnblock „an der Kirchstraße Nr.4“ wurde „zu einem erheblichen Teil mit Staatsmittel (sic) finanziert“, als Mieter zogen „Familien“ ein,“welche in Wohnungsnotständen sich befanden.“[19]

Die zweite Wohnblockhälfte in der Kirchstraße entstand nur kurze Zeit später. Öffentliche Baudarlehen, Schuldscheindarlehen, aufgenommen bei der Stadtsparkasse und Eigenmittel spielten bei Planung und Durchführung dieses Bauvorhabens eine Rolle ebenso wie LAG-Darlehen. Dieser letzte Punkt, der auf Gelder aus dem Lastenausgleichsgesetz  verweist, deutet darauf hin, dass Vertriebene und Flüchtlinge – aber nicht nur – in die neuen Gemeindewohnungen einziehen konnten.[20]

Dies alles traf auch auf den 1965 dann fertiggestellten Gemeindeblock in der Pestalozzistraße zu.[21]

Auch die VdK-Siedlung entstand in dieser Zeit. Ihr Werden und ihr Fortbestand sind untrennbar verbunden mit dem Namen Josef Gilch. Als Gemeinderat und Repräsentant des VdK in Kissing hat der langjährige  Obmann des hiesigen Ortsverbandes der SL Kissing den Siedlungsbau des VdK in der Gemeinde vorangetrieben und dessen Management übernommen. [22]

Dass Josef Gilch hier als Relaisstation zwischen der Kommune und der Bayerischen Wohnungs- und Siedlungsbau GmbH, dem gemeinnützigen Bauträger des VdK in München wirkte, erwies sich als günstig für diese Bauprojekte. Der Antrag  der Wohnbaugesellschaft „auf Überlassung von Baugrund“ stimmte der Gemeinderat ohne lange Diskussion zu.[23] Die deutliche Mehrzahl der geplanten Wohnungen sollte für „Berechtigte gemäß … LAG“ bereitgestellt werden. Auch in die Kaufverträge sollten „diese Wohnungsbindungen aufgenommen werden“. So wollte man gewährleisten, „daß die gemäß Bewilligungsbescheid gebundenen Wohnungen von den betreffenden Siedlern auch tatsächlich“ bezogen werden.[24]

Drohte hier die Entstehung eines nur auf eine bestimmte Personengruppe bezogenen Wohnungsbaus? Kommunaler sozialer Wohnungsbau etwa bezieht sich immer auf eine sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppe. Die Auswirkungen der Zweiten Weltkriegs und die mit ihnen einhergehenden Wohnungsnotstände waren in der ganzen Bundesrepublik am Ende der 1950er Jahre noch lange nicht beseitigt. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum war überall im Lande eine zentrale Aufgabe, der sich die Kommunen zu stellen hatten. Wohnungsbau ist auch eine Form von Sozialpolitik und sie ist eine soziale Aufgabe, die Gemeinden wie Kissing in dieser Zeit erfolgreich bewältigt haben. Warum das hier so war, warum hier keine sozialen Problembezirke entstanden, zeigt ein Vergleich mit der damaligen Situation in der Landeshauptstadt.

Auf den ersten Blick scheint dieser Vergleich vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Größenordnungen der beiden Kommunen eher gewagt. Doch es geht hier um Grundkonzepte, die schon bei der Umsetzung ein und desselben Bundesgesetzes und Bundesprogramms zum sozialen Wohnungsbau unterschiedliche Herangehensweisen erkennen lassen.

1959 war das Jahr des 11. Programms zur Unterbringung von Sowjetzonenflüchtlingen und Aussiedlern. Das Landratsamt Friedberg informierte allgemein über die Grundzüge dieses Vorhabens – und über dessen Durchführung in der Gemeinde Kissing. So richtete sich das Programm nicht nur allein an „Sowjetzonenflüchtlinge oder Aussiedler“, - wie der Name vermuten ließ – sondern auch an „seit dem 1.2.1953 eingewiesene Zuwanderer und Aussiedler und ihnen gleichgestellte Personen.“ Im Bedarfsfall konnte auf dem Weg dieses Programms geschaffener Wohnraum „den Gemeinden zur Beseitigung von Wohnungsnotständen, Wohnungssuchenden (Beseitigung?) mit geringem Einkommen zur Verfügung“ stehen. [25]

In München wurde dieses Programm zum Anlass für die Schaffung fast eines ganzen neuen Stadtviertels, des Hasenbergl, genommen. Die großflächige Planung zielte hier auf die Entstehung einer ganzen Trabantensiedlung ab. Da auch in München zu diesem Zeitpunkt noch akute Wohnungsnot herrschte, sollten für viele Menschen neue und angenehme Unterkünfte geschaffen werden. Doch aus der sozialen Mustersiedlung drohte mit der Zeit ein „sozialer Brennpunkt“ zu werden.[26] Der Fehler bei der Umsetzung einer an sich löblichen Idee war der, dass hier an einem bestimmten Punkt der Stadt eine soziale Agglomeration geschaffen wurde. Eine große Zahl von Sozialfällen aus ganz München – darunter auch hier Aussiedler und Vertriebene – wurden auf den - das - Hasenbergl quasi ´hinausgeworfen´ und dort regelrecht ´angesammelt´.  Es kam zu einer dann viel kritisierten „Ballung von armen Menschen“ in einem Stadtbezirk. [27]

Aus diesem Beispiel lernte die Stadtplanung und wirkte einer Ghettoisierung im Norden Münchens entgegen, indem nun eine stärkere Mischung in der Stadtteilbevölkerung angestrebt wurde.

Auch angesichts der gegenwärtigen Zuwanderung von Flüchtlingen warnte so z.B. der Städtetag von Baden-Württemberg vor der Entstehung von „Flüchtlings-´Ghettos´“  und auch davor, „städtebauliche Sünden der 1950er Jahre“ zu wiederholen. Dies mag sich wohl auf Trabantensiedlungen wie den Hasenbergl beziehen. Der „soziale Wohnungsbau“ muss „wieder besser gefördert werden“, das ist in der Gegenwart wieder die Forderung. Bevorzugt werde heute aber ein Modell, in dem keine soziale oder auf die ethnische Herkunft bezogene Segregation stattfinde. Integration bedeute heute, dass „Menschen verschiedener Länder und Schichten“ in den neuen Wohnvierteln „zusammenleben“. Neue Wohnbauprojekte müssen „Sozialmietern“ ebenso Wohnraum anbieten wie auch „zahlungskräftige Mieter“ anziehen.

Und: „Wir dürfen einer Kleinstadt keine Trabantenstadt nur für Flüchtlinge ankleben.“[28]

Die hier kritisierten Fehler der Vergangenheit, der 1950er Jahre, wurden nicht überall begangen, sie standen in Zusammenhang mit dem Modell der Trabantenstadt, das allerdings ebenfalls unterschiedliche Entwicklungsphasen durchlief. Schon Neuperlach, das ebenfalls in München als eine solche Großsiedlungsform geschaffen wurde, haftet, ein wenn nicht unbedingt positives, so doch aber ein weniger negatives Image als dem Hasenbergl an. In der Anfangsphase der 1960er Jahre entstanden im Rahmen dieses Planungskonzeptes oft beklagte „unwirtliche Steinwüsten“, die weder für Mensch noch für Natur Raum zu geben schienen. Doch schon bald, bis zum Beginn der 1970er Jahre, „war schon wieder alles anders. Man wollte keine zu dichte Bebauung mehr. Langsam bekamen die Stadtplaner wohl selber Angst vor den riesigen Häuserschlangen mit den ewigen Staffelgeschossen, die aussahen wie zusammengeschraubte Hochhausgebirge“. Und man bekam wohl auch Angst vor sozialen Konfliktkonglomeraten. In Neuperlach hatte man nach der ersten Grundsteinlegung 1967 wohl schon einiges aus dem Hasenbergl gelernt. Grünzonen wurden jetzt  - wieder – mit eingeplant, und es sollten „gleichzeitig … 25 000 bis 30 000 Arbeitsplätze entstehen, etwa ein Arbeitsplatz pro Wohnung.“ [29]

Im Rahmen der alten Trabantenkonzeptionen, die seit den 1920er Jahren „reine Wohnsiedlungen mit wohnungsnaher Versorgung“[30] vorsahen, sollten die Bewohner ihre Arbeitsplätze in der nahen Großstadt finden. Doch hier lag das Problem. Das Konzept der reinen Wohn- und Schlafstadt führte vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosenzahlen generell gerade hier zur Entstehung sozialer Brennpunkte – großflächige neue Wohngebiete ohne Arbeitsplätze zu schaffen, dies war ein problematischer Ansatz.

Doch es wurden nicht nur die Fehler in der Vergangenheit begangen hat. Dem gegenüber stand die Zahl jener kommunalen Wohnsiedlungsprojekte, die Beispiele dafür liefern können, wie man es von Anfang an richtig machen konnte.  Eine Beispiel für eine gelungene Ortserweiterung in dieser Zeit, die keine sozialen Problemzonen, keine soziale wie auf Volksgruppenzugehörigkeiten bezogene Formen der Segregation zur Folge hatte, stellt die Gemeinde Kissing dar.

Auch Neu-Kissing war eine Neusiedlung, die aus den Baracken der Flüchtlinge heraus entstanden war. Doch über die Zeit hinweg war die neue „Siedlung“ keine reine „Flüchtlingsstadt geworden.

Die Gemeindeblöcke an der Kirchstraße und an der Pestalozzistraße bilden keine Einheit – sie wurden in einiger Entfernung zueinander bei der Kirche St. Bernhard und beim heutigen Rathaus errichtet. Auch die VdK-Häuser bilden in ihrer Gesamtheit in der Gemeinde keinen in sich geschlossenen Siedlungsraum.

Mit „10:0 Stimmen“ genehmigten die Gemeinderäte 1959 ein „Grundstückskaufansuchen“ des Bauträgers des VdK, als es um ein Bauvorhaben auf bis zu diesem Zeitpunkt „gemeindeeigenem Grund“  in der Schulstraße ging.[31] Die Schulstraße und die VdK-Straße liegen ebenfalls nicht eng beieinander.

So ergibt sich das Bild einer Streuung all dieser Projekte über den gesamten Siedlungsraum von Neu-Kissing Die sozialen Wohnbauten und die Mietshäuser liegen quasi über das Bebauungsgebiet des Neuortes hinweg verteilt und wie in die Gebiete der Siedlungs- und Einfamilienhäuser, die den Großteil der Ortsfläche in der Neusiedlung ausmachen, hineingemischt. Diese Form der Mischsiedlung verhinderte die Ansammlung bestimmter sozialer Gruppen in einem Ortsteil.

Diesem Prinzip der Mischung und Streuung folgte auch die Entwicklung des gesamten Neuortes in Bezug auf die Volksgruppenzugehörigkeiten. Aus Neu-Kissing hätte eine reine „Flüchtlingssiedlung“ werden können, egal ob die Menschen nun in Mietshäusern oder in Eigenheimen wohnten. Aus dem neuen Ortsteil wurde indes kein Neugablonz, kein in sich geschlossenes Siedlungsgebiet nur für Vertriebene. Neugablonz ist das Beispiel einer „räumlichen Konzentration von Flüchtlingen und Vertriebenen in schon bestehenden Städten.“[32]

Die Arbeitsmöglichkeiten im Gewerbegebiet von Kissing zogen hier auch viele andere Menschen aus der gesamten Region an. Hier war kein Trabant entstanden: „Auch zahlreiche Pendler aus den anliegenden Gemeinden fanden im Lechfeld Arbeit.“[33] Alt-Kissinger bezogen ebenfalls mit der Zeit ihre Wohnquartiere im Neuort.

Das Rathaus, zwischen Altort und Neusiedlung wie ein verbindendes Scharnier angelegt, „symbolisiert“ die „harmonische Verschmelzung von ´alt´ und ´neu´.“ Ein 1997 vor dem Rathaus errichteter „Brunnen des Künstlers Norbert Kiening aus Diedorf“ steht „mit seinen beiden Granitblöcken und dem verbindenden Element Wasser“ für „das Zusammenwachsen von Altort und Siedlung ...“.[34]

Vor diesem Brunnen ließ sich auch der langjährige Gemeinderat Gerhard Hlawa fotografieren, als er im September 2016 Philipp Schröders von der Friedberger Allgemeinen ein Interview zum Thema der Vertriebenen in Kissing und deren Einleben im Ort gab. Dies war wohl kein Zufall.  Gerhard Hlawa hat dieses Kapitel der Geschichte selbst als Zeitzeuge „erlebt“. Er erzählte von den Schwierigkeiten nach seiner Ankunft und den Problemen, die mit den Zwangseinweisungen von Flüchtlingen in die Häuser der Altkissinger verbunden waren. Auch die Familie von Gerhard Hlawa war „bei einem Bauern“ untergebracht worden. Der betrachtete die Zugewiesenen zunächst „argwöhnisch“. Doch „das Verhältnis zur Gastfamilie vereinfachte sich“ mit der Zeit. Später durfte man zum Beispiel auch „in die Bauernstube, um sich aufzuwärmen.“ Dann zog man in die VdK-Straße.

Gerhard Hlawas Lebens- und Familiengeschichte steht für den Prozess der Integration der Vertriebenen in Kissing. Dies betrifft auch die baldige gesellschaftliche und familiäre Vermischung von Alt- und Neu-Kissingern sowie den Zuwanderern aus der Augsburger Region: Der Sudetendeutsche heiratete „eine gebürtige Augsburgerin“, beide sind heute Kissinger durch und durch. Er gesteht zwar einerseits ein, „... meine Heimat ist Braunau“. Aber er erklärt mit Nachdruck, dass „sein Herz“ für Kissing „schlägt“, was auch „sein jahrzehntelanges Engagement“ hier und „für die Gemeinde“ beweist.[35]

Auch Wilfried Gilch, der Sohn des Josef Gilch, erzählt von den Anfangsschwierigkeiten der Neuankömmlinge bei den ersten Einquartierungen. Integriert habe man sich auf dem Weg des Einbringens der eigenen „nützlichen Fähigkeiten“, der guten Ausbildung in den wirtschaftlichen Aufbau. So sei auch die Errichtung der VdK-Siedlung durch seinen Vater ein Stück Integration gewesen. Gilch leitet heute die SL-Kissing, im Gegensatz zu seiner Mutter regen sich bei ihm beim Besuch Tschechiens keine Heimatgefühle mehr. Seine Heimat ist heute hier, er war Zweiter Bürgermeister Kissings und „saß 30 Jahre lang im Gemeinderat“[36] .

Auf all diesen Wegen wurde Kissing zu einem Musterbeispiel für die gelungene Integration von Neubürgern. Integration, das bedeutet in der Definition der Bundeszentrale für politische Bildung die „Herstellung einer Einheit, die Eingliederung in ein größeres Ganzes“. Aber: „Integration verlangt nicht, die eigene Herkunft vollständig aufzugeben.“ Täte sie dies, so wäre das keine tatsächliche Integration, sondern gemäß dieses Kategorienschemas eine Form der „Assimilation“. Assimilation steht für „die vollständige Anpassung einer Minderheit an die Mehrheitsgesellschaft“, eben auch unter vollkommenem Verlust der eigenen Identität. Assimilation kann in einer regelrechten „Absorbierung“ der Minderheit durch die Mehrheit enden. „Segregation“ wiederum steht für das andere Extrem in dieser Dreiergruppe, für Abgrenzung und Ausgrenzung. [37] Neugablonz wird oft als ein Beispiel für Segregation angesehen. Beide Extreme, Segregation und Assimilation, hatten in Kissing keine Chance. Die SL Kissing besteht bis heute, die Vertriebenen aber sind politisch, wirtschaftlich und sozial integriert.

Die eigene kulturelle Identität und das Bewusstsein der eigenen Herkunft hat sich in vielen Familien erhalten. Doch das muss eben, wie im Falle von Gerhard Hlawa, der Entwicklung einer ´Kissinger Identität´ nicht widersprechen.

Kissinger Straßennamen wie die der Sudetenstraße, der Donauschwabenstr., der Schlesierstr., der Banatstr., der Siebenbürgenstr., der Karlsbaderstr. oder der Reichenbergerstraße wirken durchaus wie eine melancholische Reminiszenz an die alte Heimat. Doch das spricht keineswegs gegen eine erfolgreiche Integration, denn diese Form der Eingliederung bedeutet ja auch die Wahrung einer eigenständigen Identität und historischen Erinnerung.

Auf der anderen Seite scheinen Straßennamen wie Fichtenstr., Buchenstr., Ahornstr., Eschenstr., Veilchenstr., Asternstr., scheint diese eher sporadische  Namensgebung für jene Ansicht der Kissinger über die Ortserweiterung in den 1960er Jahren zu sprechen, der man hier auf Schritt und Tritt begegnet. So sei diese Neubesiedelung eher planlos und improvisatorisch erfolgt, den Notwendigkeiten der damaligen Zeit entsprechend. Tatsächlich ging es ja darum, angemessenen Wohnraum in schnellstmöglicher Zeit für Menschen aus ärmlichen Flüchtlingsbaracken zu schaffen.

 

Verwendete und weiterführende Literatur

 


[1]Zur Geschichte der Vertriebenen in Augsburg siehe: Hallabrin, Otto: Die Aufbauleistung und die Integration der Vertriebenen in Augsburg in den Jahren 1945 – 1955, Abhandlungen zur Geschichte der Stadt Augsburg. Neue Schriftenreihe des Stadtarchivs Augsburg, Band 3, Augsburg 1988.

[2]Gemeinderat Kissing, Sitzungstag 28. Februar 1958. Tagesordnungspunkt 10, c: Barackenauflösung im Wohnsiedlungsgebiet; Gemeindearchiv Kissing, B 024, Sitzungsbuch der Gemeinde Kissing, Begonnen am 23.12.1955, geschlossen am 30.4.1960, hier S. 111.

[3]Siehe z.B.: Gemeinderat Kissing, Sitzungstag 29. Juli 1960, Tagesordnungspunkt 6,a) 1: Straßenbeleuchtung in Kissing-West, Gemeindearchiv Kissing, B 024, Sitzungsbuch Mai 1960 – Januar 1964, S. 32.

[4]Kreiswohnungsamt Friedberg, 13.4.1957, Herrn XX, Kissing, Wohnungsangelegenheit Ihrer Mutter, Gemeindearchiv Kissing A 680/ 2.

[5]Münch-Heubner, Peter L., Bayern, Tschechen und Sudetendeutsche, S. 73.

[6]Wohlmuth, Robert: Otto Wohlmuth, in:  Kissing. Geschichte und Gegenwart, S. 288.

[7]Gemeinderat Kissing. An die Regierung von Schwaben, Kissing, den 16. August 1949, Betrifft: Zuteilung von Baugrund zur Aufstellung von Wohnbaracken für das in der Gemeinde bestehende A-Lager, Gemeindearchiv Kissing, A 672, Behelfsheime.

[8]Siehe z.B.: Kaufvertrag. Zwischen der Gemeinde Kissing, vertreten durch Herrn 1. Bürgermeister Otto Wohlmuth und den Eheleuten … , Kissing, den 12. Januar 1954, Gemeindearchiv Kissing, A 672, Behelfsheime.

[9]Zum Vorgang siehe: Gemeinderat Kissing, An ..., Betreff: Behelfsheimsiedlung in Kissing auf Grundstück..., Kissing, den 31. März 1955, Gemeindearchiv Kissing, A 672, Kleinsiedlung, Heimstätten.

[10]Wohlmuth, 1. Bürgermeister, an das Landratsamt Friedberg, Kissing, den 17. Oktober 1962, Gemeindearchiv Kissing, A 465.

[11]Zu den Zahlen siehe: Fassl, Peter: Die Leistungen der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge für Schwaben. Zum Stand der landesgeschichtlichen Forschung, in: Krauss, Marita/Scholl-Schneider, Sarah/Fassl, Peter (Hrsg.): Erinnerungskultur und Lebensläufe. Vertriebene zwischen Bayern und Böhmen im 20. Jahrhundert – grenzüberschreitende Perspektiven, München 2013, S. 298f. , Tab. 1.

[12]Siehe: Großmann, P. Paul: Die kirchliche Entwicklung der katholischen Pfarrgemeinde von Kissing nach den Zweiten Weltkrieg, in: Kissing. Geschichte und Gegenwart, S. 263.

[13]Rössler, Susanne: Neugablonz. Ein Sonderfall der deutschen Geschichte, Teil I: Herkunft, Entstehung, Entwicklung, Thalhofen 1999, S. 23.

[14]Fleck, Winfried: Die Entwicklung der Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Kissing. Geschichte und Gegenwart, S. 235.

[15]Ebenda, S. 232.

[16]Gemeinderat Kissing. Sitzung vom 28. Dezember 1956, Tagesordnungspunkt 2: Antrag der Bayer. Landessiedlung auf Ausweisung des Gebietes, in: Sitzungsbuch der Gemeinde Kissing. Begonnen am 23.12.1955, geschlossen am 30.4.1960, S. 42. Gemeindearchiv Kissing, B 024.

[17]Gemeinderat Kissing, Sitzung vom 28. Februar 1958, Punkt 10b,c) : Sitzungsbuch der Gemeinde, 23.12.1955 – 30.4.1960, S. 110f. Gemeindearchiv B 024.

[18]Gemeinderat Kissing, Sitzung vom 20. August 1958, Punkt 3:  Beteiligung der Gemeinde mit einer Wohnungseinheit am Reihenhausprogramm des Herrn Arch.  Jos. Elbl für die Familien XY und XZ sowie Genehmigung einer außerplanmäßigen Ausgabe. Sitzungsbuch der Gemeinde 1955-1960, S. 129.

[19]Gemeinderat Kissing, Sitzung vom 21. Juli 1961, Punkt 3: Bericht über die Vergabe der Wohnungen im gemeindlichen Wohnblock an der Kirchstraße Nr. 4. Sitzungsbuch Mai 1960 – Januar 1964, S. 140. Gemeindearchiv Kissing B 024.

[20]Gemeinderat Kissing, Sitzung vom 2. März 1962, Punkt 5: Bau der 2. Wohnblockhälfte an der Kirchstraße, Sitzungsbuch Mai 1960 – Januar 1964, S. 210.

[21]Sieh hierzu u.a.: Gemeinderat Kissing. Sitzung vom 28. Januar 1965, Punkt 17: Wohnungsvergabe, Sitzungsbuch 1964 – Mai 1966, S. 487.

[22]Gespräch des Autors mit Wilfried Gilch, dem Sohn des Josef Gilch , geführt am 29.9.2015 im Gemeindearchiv von Kissing.

[23]Gemeinderat Kissing, Sitzungstag 1. Februar 1957, Punkt: Baugrundstücksbeschaffung für 12 Wohnungseinheiten des VDK, Sitzungsbuch der Gemeinde Kissing, 1955-1960, S. 49.

[24]Bayerische Wohnungs- und Siedlungsbau G.m.b.H.. An das Landratsamt Friedberg. Betreff: VdK-Siedlung in Kissing, I. Bauabschnitt, München, den 27.10.1958, Gemeindearchiv Kissing, A 680/2.

[25]Landratsamt Friedberg b. Augsburg, Friedberg b. Augsburg, den 24.3.1959. Betreff: Sozialer Wohnungsbau 1959; hier: 11. Programm zur Unterbringung von Sowjetzonenflüchtlingen und Aussiedlern, Gemeindearchiv Kissing, A (66)/660.

[26]Hasenbergl München Stadtteil – Das offizielle Stadtportal muenchen.de; http://www.muenchen.de/stadtteile/hasenbergl.html, abgerufen am 24.8.2016.

[27]Die Wohnungsnot war groß, Interview mit Hans-Jochen Vogel, Süddeutsche Zeitung,

28.6.2010.

[28]Städtetag Baden-Württemberg: Warnung vor Flüchtlings-“Ghettos“, Stuttgarter Zeitung, 16.11.2015.

[29]Zu Hause in der Trabantenstadt. Was lässt sich vom Siedlungsbau der 60er und 70er Jahre lernen? Deutschlandradio Kultur, 15.9.2014.

[30]Schröteler-von Brandt, Hildegard: Stadtbau- und Stadtplanungsgeschichte, Stuttgart 2008, S. 193.

[31]Gemeinderat Kissing, Sitzungstag 20. Februar 1959, Punkt 7: Wohnungsbau des VdK, Sitzungsbuch der Gemeinde Kissing, 1955-1960, S. 152.

[32]Maier, Jörg/Tullio, Germano: Die soziale und wirtschaftliche Eingliederung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen in Bayern, München 1996, S. 163.

[33]Rauscher, Helmut: 60 Jahre Grundsteinlegung der Filialkirche St. Berhard Kissing:  in: Pfarrei St. Stephan – St. Bernhard, Kissing, Pfarrbrief 2015, Kissing, Juli 2015, S. 6.

[34]Gemeinde Kissing: Kissing. Leben, Arbeiten und Wohlfühlen in der Gemeinde, Kissing o.J. S. 11f.

[35]Schröders, Philipp: Vertrieben und in Kissing angekommen, in: Friedberger Allgemeine, 5.9.2016.

[36]Schröders, Philipp: Kissinger Geschichte ganz persönlich. Ein Augsburger Forscher taucht mit seinen Studenten in die Vergangenheit der Gemeinde ein und untersucht die Schicksale einzelner Vertriebener, in: Friedberger Allgemeine, 23.12.2016.

[37]Zu diesem Definitionsschema siehe: Bundeszentrale für politische Bildung: Integration. Glossar, im Internet unter: http://www.bpb.de/...

Es gibt aber nicht wenige Wissenschaftler, die Integration nach eigenen Vorstellungen definieren. Es sollte hier auf das klassische Erklärungsmuster zurückgegriffen werden.

Foto: zur Verfügung gestellt von Toni Mahl
Holzbaracken auf dem Lechfeld
Foto: zur Verfügung gestellt von Toni Mahl
Foto: zur Verfügung gestellt von Toni Mahl
Neu-Kissing entsteht
Foto: zur Verfügung gestellt von Toni Mahl
Foto: Dr. Münch-Heubner
Wohnblock Kirchstraße
Foto: Dr. Münch-Heubner
1. BGM

Reinhard Gürtner_2019

1. BGM

powerd by:
evobit KommunalCMS

 

Diese Internetseite wurde barrierefrei erstellt und erfüllt die folgenden Standards: