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Die Badangerkapelle zu den »Sieben Zufluchten«

Autor: PD Dr. habil. Peter L. Münch-Heubner

Kapelle Sieben ZufluchtenWer auf seinem Rundgang durch Kissing nach Norden in den Altort zurückkehrt und dann seine Schritte wieder Richtung Neuort lenkt, kommt kurz nach dem Verlassen von Alt – Kissing an der Bahnhofstraße an der Badanger-Kapelle vorbei.

Ihre Errichtung fällt ebenfalls in die Jesuitenzeit Kissings, hat aber mit dem Schaffenswerk des Ordens direkt nichts zu tun. Sie entstand vielmehr auf ´Privatinitiative´ hin, wie die Menschen heute sagen würden.

Schon 1679 hatte „an dieser Stelle“, „in den Badanger-Wiesen“ und damit „ein gutes Stück außerhalb des Dorfes“ damals noch,  „der gebürtige Kissinger Georg Wörsching ein Holzkreuz errichten lassen.“

1706/09 wird von den Söhnen Georg Wörschings, Melchoir und Jakob, „aus Dankbarkeit für Gesundung nach schwerer Krankheit … an Stelle des Kreuzes eine Kapelle“ errichtet.

Die Pietà, die einst den Innenraum zierte und die Maria mit Jesus Christus in ihrem Armen zeigte, „befindet sich aus Sicherheitsgründen seit einigen Jahren nicht mehr in der Kapelle.“[1]

Kapelle Sieben Zufluchten InnenansichtAls Altarbild finden sich in der kleinen Gebetsstätte die „Sieben Zufluchten“, weswegen die Kapelle richtig gesagt auch „Zu den Sieben Zufluchten“ heißt. „Die Andacht zu den »Sieben Zufluchten«“, so erzählt Irmgard Hillar, „ war in den Notzeiten des 17. Jahrhunderts entstanden. Diese umfassen die Personen der hl. Dreifaltigkeit, das hl. Altarsakrament, das Kreuz Christi, die Unbefleckt Empfangene, die Erzengel, die Sterbepatrone und die Armen Seelen.“[2]

In der Kapelle befindet sich auch eine Figur, die den Besucher zunächst Staunen macht. Es ist die „hl. Kümmernis, deren Verehrung im 18. Jh. weit verbreitet war.“ Die Figur irritiert zunächst, denn: „Sie wird dargestellt als eine am Kreuz hängende Frau mit mächtigem Bart...“ Die Erklärung findet sich in einer Legende, derzufolge „die Tochter eines heidnischen Königs, die gegen den Willen ihres Vaters den christlichen Glauben angenommen hatte“, von diesem Vater „gedrängt wurde, die Ehe mit einem Heiden einzugehen.“ So „bat sie Gott, ihr einen Bart wachsen zu lassen, um den zukünftigen Mann abzuschrecken. Ihre Bitte wurde erhört, worauf ihr erzürnter Vater sie ans Kreuz schlagen ließ.“ [3]

Irmgard Hillar zufolge bezieht sich die Legende auf eine „Königstochter von Portugal.“[4]

 

Verwendete und weiterführende Literatur


[1]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 20 f.

[2]Hillar, Irmgard: Die Badangerkapelle zu den »Sieben Zufluchten«, in: Kissing, Geschichte und Gegenwart, S. 117.

[3]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 22.

[4]Hillar, Irmgard, Die Badangerkapelle, S. 118.


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