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Aus-, Um- und Neubau von St. Stephan

Autor: PD Dr. habil. Peter L. Münch-Heubner

Bereits kurze Zeit, nachdem die Jesuiten Herren von Kissing geworden waren, begannen sie, die Kirche St. Stephan, hoch auf dem Kirchberg über Kissing gelegen und den Blick auf den Ort dominierend, nach ihren Vorstellungen neu zu gestalten: „1616“, so schreibt Hanns Merkl, „fügten die Jesuiten im Süden des bestehenden Baues eine doppelgeschossige Sakristei mit einer darüberliegenden ´Herrschaftsempore´ an“[1]

Dann hinterließ der Dreißigjährige Krieg seine Zerstörungen in Kissing, die auch das Gotteshaus auf dem Kirchberg nicht verschonten. Zehn Jahre nach dem Ende dieses verheerenden europäischen Krieges, nach einem Großfeuer „geht man erst 1658 an die Wiederherstellung der Stephanskirche.“ [2]

Ab 1723 wurden dann Baumaßnahmen zur Erweiterung des Kirchenbaus Romanischer Taufsteineingeleitet, denn dieser war „für die aufstrebende Gemeinde (800 Einwohner) zu klein geworden, so dass eine erneute Verlängerung nach Westen (ab der Stufe des Taufsteins) in Angriff genommen werden musste. Nun war auch Platz für zwei Emporen geschaffen, eine für die Gottesdienstbesucher und darüber eine zweite für die Orgel und den Kirchenchor.“[3]

In der Zeit des Gesellschaft Jesu erfolgte die „Verwandlung der gesamten Stephanskirche in einen prachtvollen barocken Kirchenraum“. 1750 schließlich war „der Helm des 36 m hohen Turmes so schadhaft“ geworden, „dass er teilweise abgebrochen, neu aufgemauert und durch das heutige Satteldach mit angesetztem Treppengiebel ersetzt werden musste.“[4]

So bekam in dieser Zeit „die Stephanskirche ihre heutige Gestalt“[5], auch wenn sie „in ihrem Inneren immer wieder ergänzt, verändert, dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst“ wurde[6].

Zu den vielen Sehenswürdigkeiten, die sich über die Jahrhunderte hinweg in St. Stephan erhalten haben, können die Kissinger auch einen „romanischen Taufstein aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts“ zählen. „Es handelt sich bei diesem Taufbecken um eine der bedeutendsten romanischen Steinmetzarbeiten dieser Art in Südbayern.“[7]

Und schließlich haben sich die Jesuiten auch selbst in St. Stephan verewigt: „An der nördlichen Seitenwand des Chorraumes“ finden sich „die Abbildungen (1609) des hl. Ignatius von Loyola (1491-1556), Gründer des Jesuitenordens) und des hl. Franz Xaver (1506-1552), Mitbegründer der Gesellschaft Jesu und Pionier der christlichen Mission in Asien.“[8]

Derjenige, der sich weiter über die Ausstattung des Kirchenraumes von Stephan, über Kunstschätze und Bilder, über sakrale Gegenstände und Figuren informieren möchte, sei auf den hier schon oft zitierten Kunstführer von Hanns Merkl durch die Kissinger Kirchen und auf die Internetseiten des Bistums Augsburg verwiesen,  die den Gotteshäusern Kissings gewidmet sind.

 

Verwendete und weiterführende Literatur


[1]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S.6.

[2]Hillar, Irmgard, St. Stephan, S. 92.
Zu verweisen ist an dieser Stelle auch auf die Internetseiten der Gemeinde Kissing, auf denen Informationen zur Geschichte und zur Gestaltung der Innenräume aller Kirchen abgerufen werden können.

[3]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 6f.

[4]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 7.

[5]Hillar, Irmgard,  St. Stephan, S. 93.

[6]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 7.

[7]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissing, S. 13.

[8]Merkl, Hanns, Kirchen und Kapellen der Pfarrgemeinde Kissinng, S. 10.


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